Feuerwerk bei "schlechtem Wetter"

Trotz eines gültigen Vertrags ist es möglich, dass ein geplantes Feuerwerk unsererseits abgesagt werden muss. Dies kann aufgrund einer kurzfristigen behördlichen Anordnung geschehen oder der verantwortliche Feuerwerker ist wegen ungünstiger Witterung zur Absage gesetzlich gezwungen.

Bei einer behördlichen Anordnung (z.B. wegen Gefahr im Verzug) und im Falle einer witterungsbedingten Absage handelt es sich um "höhere Gewalt". Da hieran keine Vertragspartei Schuld trägt, sehen unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern) vor, dass alle bis dahin tatsächlich angefallenen Kosten (Büro- und Werkstattarbeit, Auslagen und ggf. Lohn- und Fahrkosten) von beiden Vertragsparteien zu gleichen Teilen zu tragen sind. Unverarbeitetes Material geht zurück auf Lager und somit fallen keine Materialkosten an.

Während kurzfristige behördlichen Absage unwahrscheinlich sind, muss man heutzutage eher mit ungünstigem Wetter rechnen. Die größten Feinde der Feuerwerkerei sind die extremen Varianten von Wind, Regen und Trockenheit.

Wind: Jeder frei fliegende Körper wird vom Wind beeinflusst - er nimmt diesen Körper in seine Richtung mit. Dieser Windversatz kann so groß werden, dass der Körper (brennender Stern, Bombe, Bombette...) den Sicherheitsbereich verlässt. Um das zu verhindern, sind ab einer Windgeschwindigkeit von 9 m/s = 32 km/h bestimmte Maßnahmen erforderlich. Bei deutlich höheren Geschwindigkeiten darf nur noch Bodenfeuerwerk verwendet werden.

Regen: Schwarzpulver und pyrotechnische Sätze vertragen sich schlecht mit Feuchtigkeit, da sie die Reaktions-geschwindigkeit verringern, wasserlösliche Stoffe aus den Gemischen herauslösen oder Metalle mit ihr selbstent-zündlich reagieren können. Daher werden Feuerwerkskörper möglichst wasserdicht verpackt und auf dem Abbrennplatz gegen Regen sowie gegen Feuchtigkeit aus Boden und Luft geschützt.

Das funktioniert so gut, dass normaler Sprüh- und Landregen dem Material kaum etwas anhaben kann. Nur Starkregen (Gewitter) und langzeitige Einwirkung hoher Luftfeuchte (über 90%) kann dem Material zusetzen. Natürlich kann auch ein Blitz (durch Einschlag oder Induktion in die Zündkabel) das Feuerwerk auslösen. Da aber Gewitter gewöhnlich schnell vorbei ziehen, kann man die Sache einfach aussitzen - solange man nicht auf einem Bombenkasten hockt ...

Trockenheit, Theorie: In unserem Fall definieren wir Trockenheit als Materialfeuchte brennbarer Stoffe, also dem Wassergehalt in Gras, Getreide, Holz, Laub oder eben Pulver. Ein hoher Wassergehalt behindert die Zündung dieses Materials, weil das Wasser zunächst verdampft werden muss und dieser Vorgang eine erhebliche Menge der eingebrachten Energie verbraucht, welche dann für die Zündung nicht mehr zur Verfügung steht. Eine geringe Materialfeuchte (große Trockenheit) erhöht also die Brandgefahr.

Entgegen üblicher Annahmen ist die Materialfeuchte nicht direkt von der Temperatur abhängig, sondern von der relative Luftfeuchte. Im Freien ist das Material bei -20° C häufig sehr viel trockener als bei +20° C. Allerdings wird bei großer Hitze die notwendige Zündtemperatur schneller erreicht und somit fördert auch große Hitze die Brandgefahr.

Trockenheit, Praxis: Um es einzuordnen: In den letzten 15 Jahren haben wir kein einziges Feuerwerk absagen müssen, in 2019 aber die Hälfte unserer Shows ... Extreme Trockenheit ist der größte Feind des Feuerwerks, kommt aber selten vor. Hoffentlich bleibt es auch so ...

Die hiebei immer wieder erwähnte Waldbrandgefahr ist für uns übrigens recht bedeutungslos, da das Thüringer Waldgesetz (§12) ohnehin verbietet, sich dem Wald mit offenem Feuer auf weniger als 100m zu nähern. Zudem zählt nicht jede große Baumgruppe als Wald. Über die Möglichkeit, an geeigneten Stellen in großen Waldgebieten (z.B. Südthüringen) Feuerwerke durchzuführen, entscheiden die örtlichen Forstämter im Einzelfall.

Anders sieht es im Bereich Feld und Wiese aus. Hier hat der Grasland-Feuerindex großen Einfluss auf Feuerwerke. Während Nadeln und Blätter an Bäumen auch bei Trockenheit Wasser enthalten, hat z.B. erntereifes Getreide kaum Feuchtigkeit. Und steht der Wind günstig, dann marschiert die Flammfront mit etlichen Metern pro Sekunde über'n Acker - die Bauern werden sauer sein ...

Doch wieder greift rettend die relative Luftfeutigkeit ein: Bekanntlich finden Feuerwerke nachts statt, die Lufttemperatur sinkt und das in ihr enthaltene Wasser schlägt sich als Tau in den Wiesen nieder. Auch nach heißen Tagen bekommt man nachts in Wiesen nasse Füße und die Brandgefahr am Boden sinkt erheblich ...

Fazit: Kaum Einschränkungen für Profi-Feuerwerker

In den letzten zwei Jahren nahm die Trockenheit in Thüringen ständig zu, was aus der Sicht des Brandschutzes ein erhebliches Problem darstellen kann. Daher ist bei Feuerwerken erhöhte Vor- und Weitsicht gefragt. Im Allgemeinen trauen die Behörden dies den Profi-Feuerwerkern zu, denn diese können die Brandgefahr einschätzen und in Zusammenarbeit mit der (meist Freiwilligen) Feuerwehr auch vorbeugende Maßnahmen (z.B. Wässerung des Abbrennplatzes) ergreifen. Nur bei extremen Wetterlagen wird ein Feuerwerk abgesagt werden müssen.

Somit gibt es auch in trockenen Wetterlagen keinen Grund, im vorauseilenden Gehorsam von vornherein auf ein Feuerwerk zu verzichten. Eine Anfrage kann ohnehin nicht schaden, zumal der Feuerwerker für sein Tun oder Unterlassen immer selbst verantwortlich ist - niemals der Auftraggeber.

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